Basta – Wasser ist Leben! Die Jugendaktion vom BDKJ und Misereor

„WASSER IST LEBEN“, sagt Shubhangi aus dem Dorf Barhanpur in Indien und beschreibt damit ihre Gefühle in einem Satz. Sie weiß, wie es ist, ohne Wasser auskommen zu müssen. Noch vor wenigen Jahren mussten die Menschen in ihrem Dorf mehrere Kilometer bis zum nächsten Brunnen zurücklegen. Die Felder konnten nicht richtig bestellt werden und die Menschen hier hatten Durst und Hunger. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Durch das Projekt JEEVAN, das von Caritas Indien durchgeführt und von MISEREOR gefördert wird, konnte das Dorf seine Situation aus eigener Kraft verbessern. JEEVAN bedeutet Leben. Und genau darum geht es in diesem Projekt. Menschen werden dabei unterstützt, selbst ihre Lebensqualität zu verbessern. Dabei gilt das Konzept des People-Led Empowerment (PLE) frei übersetzt heißt das: „Die Bürgerinnen und Bürger ermächtigen sich selbst“.
In einer Region, in der viel Korruption und Misswirtschaft Herrscht, ist das besonders wichtig. Die entlegenen Dörfer im Bundesstaat Maharashtra profitieren ganz selten von staatlicher Hilfe. Da ist es wichtig, dass sich die Menschen selbst helfen. Wie in Barhanpur: Durch den Bau von Regenauffangbecken und Brunnen haben nun alle Zugang zu Wasser. Und das nicht nur in der Regenzeit, sondern über das ganze Jahr hinweg.
Das Wasser hat die Lebensqualität in dieser Region deutlich verbessert. Der landwirtschaftliche Ertrag, die hygienischen Bedingungen und die einfache Tatsache, durch das Trinken von Wasser nicht mehr krank zu werden, sind Beispiele hierfür. Bedingt durch die Witterungsverhältnisse gibt es in dieser Region nur in den drei Monaten des Monsuns Regen. Damit das kostbare Gut „Wasser“ über das ganze Jahr verfügbar ist, bedarf es einer guten Organisation. Die Menschen aus Shubhangis Dorf haben es gemeinsam geschafft, ihr Lebensumfeld und die Lebensbedingungen für alle zu verbessern.

Das Beispiel aus Indien zeigt, dass Wasser unabdingbar für das Leben an sich ist. Ohne Wasser kein Leben, geschweige denn Lebensqualität. So wie dieses kleine Dorf es gemeinsam erreicht hat, dass alle Menschen dort vom Lebensgut Wasser profitieren können, so kann dies auch weltweit gelingen. Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht (UN Resolution 64/292) und ist durch das Sustainable Development Goal (SDG) 6 „Wasser und Sanitärversorgung für alle“ nochmals in den Fokus gerückt worden.
Doch leider wird dieses Recht im Alltag für geschätzte 880 Mio. Menschen durch äußere Einflüsse verwehrt oder es wird durch das Handeln anderer mit Füßen getreten. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Durch den Klimawandel verstärkten sich Wetterextreme. Das bedeutet, dass es vermehrt zu langen Trockenperioden kommt. Wenn es dann einmal regnet, sind die Böden nicht mehr in der Lage das Wasser aufzunehmen, Überschwemmungen sind die Folge.
  • Knapp 70 Prozent des weltweit verwendeten Trinkwassers werden für die Landwirtschaft verwendet. Davon wiederum ein Großteil durch die Agrarindustrie, die auf intensive Bewässerung von gentechnisch veränderten Monokulturen setzt. Die eingesetzten Pestizide und Dünger verschmutzen zudem das Grundwasser.
  • Viele Flüsse und Seen sind durch Industrieabwasser und Müll verdreckt. Das hat direkte Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, die auf dieses Wasser angewiesen sind. In vielen Regionen der Erde gibt es keine ausreichenden Filteranlagen, mit schlimmen Folgen für die Menschen vor Ort.
  • Das Wasser, das übrig bleibt, ist für viele Menschen nicht erreichbar, da sie keine ausreichenden Brunnen oder sonst eine Wasserversorgung haben. Sie müssen sich oft teures Wasser aus der Flasche kaufen. Das ist in vielen Fällen doppelt ungerecht: Große Konzerne graben den Menschen ihr Trinkwasser ab, um es ihnen dann teuer wieder zu verkaufen.

So vielfältig die Ursachen für Wassermangel sind, so vielfältig sind auch die  Möglichkeiten, mit denen Ihr Euch für eine gerechtere Wasserversorgung weltweit einsetzen könnt. Die MISEREOR/BDKJ-Jugendaktion 2018 lädt Euch dazu ein, Handlungsoptionen zu erarbeiten und Euch einzusetzen. Dabei legen wir den Fokus auf die ungerechte Kommerzialisierung des Wassers. Denn eines ist klar: Wasser ist Menschenrecht!
Hier wollen wir ein klares Zeichen setzen. Die zunehmende internationale Kommerzialisierung des Lebensgutes „Wasser“ gefährdet das Leben von Millionen von Menschen im Zeichen eines einseitigen Profits. Die Jugendaktion ruft dazu auf, Alternativen zum Kauf von Wasserflaschen internationaler Konzerne in Eurer Pfarrei, Eurerem Verband oder Eurer Schule zu finden. Das Leitungswasser in Deutschland ist von sehr guter Qualität. Es gibt aber auch regionale Trinkwasserunternehmen, die nachhaltig arbeiten und noch nicht von größeren Konzernen aufgekauft wurden.
Hier gilt, wie sonst auch: Informiert Euch und handelt! Unser Aktionsvorschlag: gestaltet schöne, wiederverwendbare Flaschen mit dem Logo der Jugendaktion! Mit Leitungswasser gefüllt, ersetzen sie teure Flaschen aus dem Handel. Durch diesen Schritt wird die Forderung verdeutlicht, dass Wasser kein Handelsgut, sondern ein Menschenrecht ist!
Damit auch andere Menschen bewusst und nachhaltig Leitungswasser trinken, könnt ihr diese Flaschen, auch für den privaten Verbrauch, gegen Spende abgeben. Das ist eine gute Möglichkeit, um mit ihnen über die Probleme der Kommerzialisierung von  Trinkwasser ins Gespräch zu kommen. Mit dem so gesammelten Geld könnt ihr eure Solidarität mit jungen Menschen in Baranphur und weltweit zeigen und gleichzeitig die Umweltbelastung durch Plastikflaschen minimieren.

Material:

Weitere Materialien und Informationen findet Ihr unter
www.jugendaktion.de